Vortrag: Rechtsruck in „Klein-Moskau“?

Rechtsruck in „Klein-Moskau“? Die politischen Einstellungen von Spätaussiedlern zwischen Mythos und Empirie

Donnerstag, 3. Mai, um 20.15 Uhr im Hörsaal 3 (Hauptgebäude)

Vortrag von Jannis Panagiotidis (Universität Osnabrück)

Mit gut 2,5 Millionen Menschen sind postsowjetische Migranten eine der größten Zuwanderergruppen in der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten von ihnen kamen im Laufe der 1990er Jahre als Spätaussiedler. Nach anfänglichen Integrationsproblemen war es in der Öffentlichkeit im Laufe der 2000er Jahre ruhig um sie geworden. Dies änderte sich Anfang 2016, als etwa 10.000 von ihnen bundesweit demonstrierten. Anlass war der „Fall Lisa“, die angebliche Vergewaltigung eines russlanddeutschen Mädchens, die von russischen Medien verbreitet worden war. Seitdem gelten sie im öffentlichen Diskurs als anfällig für russische Propaganda und als wichtige Wählergruppe der Alternative für Deutschland (AfD). Dieser Vortrag wird empirische Erkenntnisse präsentieren, die diese Behauptungen auf die Probe stellen.